DER FVH IM 1. WELTKRIEG

17 Millionen Tote - Der Erste Weltkrieg kostete nicht nur ca. 10 Millionen Soldaten das Leben und 19 Millionen Verstümmelten und Verwundeten ihre Gesundheit und Unversehrtheit. Sondern forderte zudem von der Zivilbevölkerung schreckliche Opfer. Auch der damalige FV Homburg entrichtete seinen Blutzoll. 17 aktive und passive Mitglieder ließen für imperialistischen Größenwahn und übersteigerten Nationalismus ihr Leben. Zum Gedenken an die Gefallenen und zur Mahnung an die Nachwelt errichtete ihnen unser Verein 1921 in der Südostecke des Sportplatz Schloßberg ein Denkmal.

Am 1. August 1914, dem sechsten Geburtstages unseres Vereins, verkündete der deutsche Kaiser Wilhelm II. die deutsche Mobilmachung. Der große Konflikt zwischen den europäischen Mächten hatte sich lange angebahnt und die Ermordung des österreichischen Thronfolgers war nur der Anlass, nicht die Ursache des Ersten Weltkrieges. Am selben Tag erfolgte die Kriegserklärung an Russland. 19 Tage später starb mit dem Infanteristen Otto Rammel (*12.04.1884 - +20.08.1914) aus Erbach der erste Homburger Bürger im „Großen Krieg“.

Mit der Mobilmachung fand der Sport ein vorübergehendes Ende. Die meisten Fußballvereine ließen ihren Spielbetrieb ganz oder teilweise ruhen, da nach den Massenmeldungen als Kriegsfreiwillige kaum noch Spieler übrig blieben. Weiterhin wurde der Eisenbahnverkehr drastisch eingeschränkt, viele Ortschaften waren schlecht oder gar nicht mehr zu erreichen.

Vier Wochen nach der Mobilmachung lud der Vorsitzende Reinhold Weber die noch nicht eingezogenen Mitglieder des FV Homburg zu einer ordentlichen Generalversammlung ein. Ein wichtiger Punkt war die „Beratung über die einzuschlagenden Richtlinien der Geschäftsgebarung während der Kriegsdauer.“ Vorstand und Spielausschuss beschlossen den Verein über die Kriegszeit ruhen zu lassen. Dieser Beschluss wurde aufrechterhalten, obwohl Ende November 1914 wieder mit dem Training begonnen wurde. Kurz zuvor starben mit Karl Ronde und Fritz Lehmann die beiden ersten Vereinsmitglieder auf dem Schlachtfeld. Erst nach dem die Mitglieder im Dezember 1916 protestierten, wurde der Beschluss aufgehoben.

Auf Grund von öffentlichen Angriffen aus der Deutschen Turnerschaft über die Untätigkeit der Fußballclubs während des Krieges, entschloss sich der Süddeutsche Fußball-Verband für die Saison 1915/16 wieder Meisterschaftsspiele auszuschreiben. Um die weitgehende Aufrechterhaltung des Spielbetriebes zu ermöglichen, wurden die Meisterschaftsspiele in den vier Kreisen (Nord-, Süd-, Ost- und Westkreis) bis zum Sommer 1919 in separaten Runden im Herbst und Frühjahr ausgetragen.

Der FV Homburg gehörte dem Westkreis an, der in vier Gaue unterteilt war: Neckargau, Pfalzgau, Saar- und Moselgau, Nahegau. Die Gaue wiederum waren in Bezirke unterteilt. Für die Endrunde um die Süddeutsche Meisterschaft, die ab 1916 wieder ausgespielt wurde, qualifizierten sich die Meister der Herbstrunden über die Gau- und Kreismeisterschaft.

Für die Herbstmeisterschaftsrunde 1915 meldeten sich sieben Mannschaften in der Westpfalz. Der FV Sportfreunde Landau verzichtete dann doch auf die Teilnahme. Der FC Bayern 1906 Kaiserslautern musste seine Mannschaft während der Runde zurückziehen. Der einzige Sieg des FVH gelang gegen Zweibrücken mit 8:4 Toren.

Während der Dauer des Krieges änderte sich die Situation ständig, Einberufungen ganzer Jahrgänge zum Militärdienst zwangen Vereine ihren Spielbetrieb oft kurzfristig einzustellen. Andere Vereine nahmen wieder an Meisterschaftsrunden teil, nachdem Spieler aus der Jugend nachrückten.

An der Frühjahrsrunde 1916 nahmen mit dem FV Homburg, der KSG SpVgg/Bayern Kaiserslautern, dem VfB Zweibrücken und dem FC 03 Pirmasens nur noch vier Mannschaften an der A-Klasse teil. Zum Herbst 1916 wechselte der FV Homburg in den Saargau. Wegen Einberufung von fünf Spielern konnte der FVH zum Spiel beim SV Völklingen nicht antreten.

Die Zeiten wurden deutlich schlechter, vor allem die Versorgung der Bevölkerung mit Lebensmitteln. Erstmals wurden Sportplätze durch Städte und Gemeinden zum Kartoffel- und Rübenanbau umfunktioniert, was etliche Vereine zwang ihre Spiele auf den Plätzen anderer Vereine auszutragen.

Der Nationalismus trieb immer neuen Höhen entgegen, während der Deutsche Sprachverein Überstunden verrichtete um jeden ausländischen Begriff im deutschen Sprachgebrauch durch deutsche Worte zu ersetzen.

Die Propaganda um mit den eigenen Ersparnissen weitere Kriegsanleihen zu zeichnen, wurde immer lauter. Die Bürokratie breitete sich auch im Fußball weiter aus, der DFB und die Regionalverbände verlangten von den Vereinen Kriegsstatistiken zu melden mit der Anzahl einberufener Spieler und den Zahlen der an der Front gefallenen Aktiven.

Über die Frühjahrs- und Herbstmeisterschaft 1917 liegen bisher noch keine Unterlagen vor. Lediglich die Austragung von Wettspielen ist bekannt. Am 28. Oktober 1917 musste der FV Homburg beim FV Kaiserslautern eine deutliche 6:0-Niederlage hinnehmen. Allerdings trat der FVH auch nur mit acht Spielern an.

Trotz größer werdendem Hunger im Reich blieb der Nationalismus ungebrochen. Nicht nur die Versorgung der Bevölkerung mit Lebensmitteln war schlecht und die Reisemöglichkeiten stark eingeschränkt, auch Spielmaterial war immer schwerer zu ersetzten. Das machte sich vor allem bei Bällen bemerkbar, da keine neuen Blasen mehr importiert werden konnten. Die Bezirke richteten Flickstellen für beschädigte Blasen ein, wohin diese zur Reparatur eingeschickt werden konnten. Im Dezember 1917 brach der Spielbetrieb im Saar- und Moselgau zusammen. Borussia Neunkirchen und der FV Homburg wechselten in die Pfalz. Insgesamt sieben Mannschaften spielten im BezirkII in der A-Klasse: FV Kaiserslautern, FC 03 Pirmasens, VfB Borussia Neunkirchen, SpVgg 1910 Kaiserslautern, FC Union 1908 Pirmasens, FC Viktoria 09 St. Ingbert und der FV Homburg.

Auch die Saison 1918/19 begann mit den Herbstverbandsspielen. Der FVH spielte nun eine Klasse tiefer in der B-Klasse im Bezirk II. Im einzig bekannten Spiel unterlag der FVH beim SV Phönix 1910 Kaiserslautern mit 3:1. Nach der Novemberrevolution und Besetzung der westlichen Gebiete musste der Spielbetrieb teilweise unterbrochen oder auch ganz eingestellt werden.

Nach Inkrafttreten des Waffenstillstands am 11. November 1918 waren 15 FVH-Mitglieder im Krieg umgekommen. Zwei weitere starben 1919 an den Folgen des Krieges. Ihnen zu Ehren errichtete der FV Homburg ein Denkmal auf dem Sportplatz Schloßberg. Das Denkmal wurde von Bildhauer Lehmann geschaffen, dessen beide Söhne unter den Opfern waren. Am 5. Juni 1921 wurde das Ehrenmal von Pfarrer Kiefer aus Mittelbexbach, der in den Anfangsjahren des Vereins selbst aktiv war, eingeweiht.

 

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Alle Spiele im Überblick

TABELLE

1. Mannheim 24    21  53
2. Elversberg 24    27  52
3. Saarbrücken 24    11  45
4. Steinbach 23    18  44
5. Hoffenheim II 24    25  40
6. Ulm 23    36
7. Kassel 22    34
8. Worms 24    33
9. Koblenz 23    33
10. Homburg 23    -3  30
11. Walldorf 24    -8  30
12. Stuttgart II 24    -6  29
13. Offenbach 24    26
14. Stuttgarter Kickers 24    -3  25
15. Pirmasens 24    -19  25
16. Trier 24    -6  22
17. Kaiserslautern II 23    -8  21
18. Watzenborn-Steinberg 23    -20  19
19. Nöttingen 24    -42  14

Hinweise

* Aufgrund des Insolvenzantrages ist der OFC zur Saison 2016/17 mit einem Abzug von neun Punkten bestraft worden (in der Tabelle bereits eingerechnet).

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