DIE GEBURTSSTUNDE UNSERES FCH

Am 5. April 1908 trat die deutsche Nationalmannschaft zum ersten offiziellen Länderspiel ihrer Geschichte an. In Basel unterlag sie mit 3:5 gegen die Schweiz. In Homburg wurde immer noch „wild“ und unorganisiert gespielt. Aber immer stärker wurde der Wunsch der Fußballjünger nach einem Fußballklub. Auf dem Waldfest der Liedertafel am 12. Juli 1908 reifte in ihnen der Gedanke einer Vereinsgründung. Drei Wochen später erblickte der Fußball-Club Homburg 1908 das Licht der Welt. Der Überlieferung nach trafen sich 17 junge Männer am 1. August 1908 im Gasthaus „Hohenburg“ zur Gründung des Vereins. An jenem Samstag wählten sie aus ihrer Mitte Karl Fischer zum allerersten Vorsitzenden des Fußball-Club 1908. Erster Schriftführer wurde Ludwig Leschhorn, als 1. Kassierer fungierte ein Herr Krautbauer. Beisitzer wurden Otto Keil und Ludwig Hoffmann. Auch die Spielführer wurden gewählt: Bernhard Friderich als 1. und Anton Menges als 2. Spielführer. Bevor es Trainer gab, waren die Spielführer gleichzeitig für das Training der Mannschaften zuständig. Die Aufnahmegebühr betrug eine Mark und der Monatsbeitrag 50 Pfennig.

Über die eigentliche Vereinsgründung ist in den beiden Lokalblättern „Homburger Zeitung“ (HZ) und „Homburger Tagblatt“ (HTB) keine Zeile zu finden. Die Teilnehmer der Gründungsversammlung sind nur teilweise bekannt. Anlässlich der 25-Jahrfeier des FV Homburg wird erstmals das Gründungsdatum explizit erwähnt. Und ein Kreis der Sportfreunde, die sich um die Vereinsgründung verdient machten: Gebr. Fritz und Ludwig Löw, Gebr. Bernhard und Karl Friderich, Willy und Otto Herzog, Ludwig Leschhorn, Anton Menges, Fürst, Stein, Karl Fischer, Knobloch, Ludwig Hoffmann, Gebr. Karl und Fritz Lehmann, Paul Niemer, Kurt Wolf, Robert Frey, Martin, Eugen Lohr, Ewald Kiefer, Krautbauer, Otto Keil, Paul Baumann, Willi und Richard Steeg.

Drei Monate nach Vereinsgründung ist im HTB erstmals ein Hinweis auf die Existenz eines „vor kurzem gegründeten Fußballklubs“ zu finden. Den Vereinsnamen erfährt man erst am 8. Mai 1909 in einer Spielanzeige des HTB. Am 8. November 1908 traf unser FCH auf Viktoria Zweibrücken. Mit Genehmigung der Heil- und Pflegeanstalt wurde das Spiel auf der Rennbahn ausgetragen.

Auf der Generalversammlung am 10. Januar 1909 wurde Karl Fischer im Amt bestätigt. Der Rechnungsbericht listet Einnahmen von 80 Mark (~400 Euro) auf, denen Ausgaben von 40 Mark gegenüber standen. Mit der nahenden Inbetriebnahme der Heil- und Pflegeanstalt im Juni 1909 wurde die Notwendigkeit einer eigenen Sportplatzanlage immer drängender. Die Sportplatzfrage sollte den jungen Verein für einige Jahre beschäftigen. Die Mittel für einen Grundstückskauf waren nicht vorhanden.

In ihrer Not wanden sich die Vertreter des Vereins an die Stadt, in der Hoffnung auf ein Gelände im Bereich der heutigen Mannlichstraße. Doch sie wurden bitter enttäuscht. In der Stadtratssitzung am 11. März 1909 wurde ihr Gesuch abgelehnt, „wegen Mangel eines geeigneten Platzes innerhalb der Stadt. Der Stadtrat hat gegen die eventuelle Benutzung des sogenannten Plattenfels am Schloßberg nichts einzuwenden.“

Dies war ein herber Schlag für die mehr oder weniger mittellosen, jungen Idealisten. Statt wie erhofft in der Stadtmitte heimisch zu werden, wurden sie nach außerhalb verbannt. Die einen hofften, die anderen befürchteten, dort werde der FCH schnell wieder kaputtgehen. Aber die Gründerväter kämpften um ihren Verein und gingen auf den Schloßberg. So pachtete man hinter dem Plattenfels ein 8.650 qm großes Waldstück vom Eisenbahner Christian Baus. In selbstlosen Einsatz wurde das unwirtliche Gelände gerodet und eingeebnet. Bis zur Fertigstellung des Sportplatzes auf dem Schloßberg konnte unser FCH die Spiele seiner beiden Mannschaften an der Rennbahn austragen.

Pünktlich zum ersten Geburtstag des Vereins konnte der Sportplatz eingeweiht werden. Am 1. August 1909 empfing der Fußball-Club Homburg 1908 den FC Viktoria Saarbrücken und gewann mit 3:2. Mangels Unterstützung von dritter Seite und den mehr oder weniger einkommenslosen Mitgliedern ging es nur mühsam voran. Vorerst wurden meist nur Wettspiele gegen zweite und dritte Mannschaften sowie Schul- und Militärmannschaften ausgetragen. Um den Fußballsport in Homburg bekannter zu machen, griff die schon populäre Neunkircher Borussia dem FCH unter die Arme. Am 17. Juli 1910 trat Borussia mit ihrer 1a- und 1b-Mannschaft zu einem großen Propagandaspiel auf dem Schloßberg an.

Im Oktober 1910 machte der FCH den nächsten wichtigen Schritt und trat dem Verband Süddeutscher Fußball-Vereine bei. Allerdings zu spät, um noch an der Verbandsrunde 1910/11 teilzunehmen. Im darauffolgenden Jahr teilte der Verband die zwei FCH-Teams in die C1- bzw. C2-Klasse Bezirk Süd (4. Liga) des Pfalzgaues ein. Weil der Platz nicht die vorgeschriebene Mindestgröße hatte, wurde der Fußball-Club vor Rundenbeginn disqualifiziert.

Im Januar 1912 übernahm Reinhold Weber das Amt des ersten Vorsitzenden und lotste den Verein sicher durch die kommenden, schwierigen Jahre. Der Sportplatz wurde soweit es ging ligatauglich gemacht. Am 6. Oktober 1912 trat der FCH zu seinem ersten Pflichtspiel seiner Vereinsgeschichte an. Gegen den F. C. „Viktoria“ 1906 Kaiserslautern unterlagen die Blau-Weißen zuhause mit 1:4 (0:1). Am sechsten Spieltag gelang mit 1:0 gegen den FC Pfalz Pirmasens der erste Sieg. Die weiteren Gegner hießen FV Pirmasens 1908 und VfB Zweibrücken. Nach zwei Monaten waren die Pflichtspiele beendet und der Liganeuling stand am Tabellenende.

Das Jahr 1913 brachte einschneidende Veränderungen für den Verein. Auf der Generalversammlung vom 9. Januar beschlossen die Mitglieder die Umbenennung in Fußballverein Homburg, Pfalz e.V.. Der Grund dafür liegt noch im Dunkeln. Am 13. Februar erfolgte am Amtsgericht Homburg die Eintragung ins Vereinsregister. Im April befasste sich der FVH auf seiner Monatsversammlung auch mit der ungelösten Platzfrage. Das gepachtete Gelände wurde von Christian Baus gekauft. Die rund 800 Goldmark (~3760 Euro) bedeuteten für den unbemittelten Verein eine hohe Summe. Alle Mitglieder wurden daher zu Sonderzahlungen herangezogen. Den Löwenanteil stellte Gründungsmitglied Willi Herzog aus seinem Privatvermögen zur Verfügung.

Gleichzeitig musste der Platz vergrößert werden. Auch hier mussten die Mitglieder durch Arbeitsleistungen Hilfe leisten. Ab Ende Juni waren im Schnitt 30 Leute täglich bei der Erdbewegung tätig. Erst der Herbst und die kürzer werdenden Tage setzten dem Schaffen ein Ende. Die Arbeiten mussten notgedrungen an ein Bauunternehmen abgegeben werden, um den Verein durch die verzögerte Fertigstellung vor einem hohen Schaden zu bewahren. Die Summe von 2.000 Goldmark ~9.400 Euro) belastete das schmale Budget des FVH zusätzlich. Das jährliche Durchschnittseinkommen eines Arbeitnehmers betrug 1914 rund 1.219 Mark (~5.792 Euro). Mit der Ausgabe von Anteilsscheinen wurde ein Teil der Summe aufgebracht. Zudem ließ sich die Stadt zu einem „verlorenen Zuschuss“ von 300 Mark erweichen.

Rechtzeitig zum Rundenbeginn am 5. Oktober 1913 waren zumindest die Arbeiten an der Spielfläche abgeschlossen. Der FVH startete mit einem furiosen 6:0 (3:0) gegen den FV 1913 Landstuhl in die neue Runde. Der letztjährige Tabellenletzte schien wie beflügelt und eilte von Sieg zu Sieg. Im viertletzten Spiel sicherte sich der FVH mit einem 4:3 (3:1) beim FC Rodalben die Bezirksmeisterschaft. Nach dem zwischenzeitlichen Ausgleich der Gastgeber zum 3:3 schoss Mittelstürmer Fritz Krempel den FVH eine Viertelstunde vor Spielende zum Titel. Zum letzten Verbandsspiel beim FV Phönix Kaiserslautern trat eine Ersatzmannschaft des FVH an, um die Mannschaft für die bereits laufende Aufstiegsrunde zu schonen.

Vor dem Aufstieg in die B-Klasse stand die Endrunde um die Gaumeisterschaft der C-Klasse bevor. Die drei Bezirksmeister FC Konkordia Friesenheim (1), FV 1911 Germersheim (2) und FV Homburg (3) spielten den Aufsteiger in die B-Klasse aus. Friesenheim sicherte sich die Gaumeisterschaft und den vermeintlichen Aufstieg.

Zur weiteren Ausbildung der Sportler wurde im Frühjahr / Sommer 1913 (?) eine Leichtathletikabteilung ins Leben gerufen. Zeitgleich wurde der FVH auch Mitglied im Verband südwestdeutscher Athletikvereine. Im Frühjahr 1914 wurde die Fertigstellung des Sportplatzes vorangetrieben. Über Pfingsten (30.5./1.6.) wurde der „neue“ Sportplatz mit diversen Jugend- und Aktivenspielen eingeweiht.

Während all dieser Jahre konnten die Spieler nicht im geringsten vom Verein unterstützt werden. Sie mussten Schuhe, Sportkleidung und Fahrten aus eigener Tasche bestreiten. Sämtliche Sportutensilien wie Bälle, Schuhe und Sportkleidung waren hier nicht erhältlich und wurden vom „Spezial-Sporthaus A. Steidel“in Berlin bezogen. Die Reisen zu den Gegnern waren zu jener Zeit immer mit großen materiellen Opfern verbunden, denn die Orte mit Fußballvereinen lagen noch weit auseinander. Der Bessergestellte half dem Minderbemittelten ohne Worte zu verlieren. So wurde der Grundstein zu einer verschworenen Gemeinschaft gelegt, in der Kameradschaft und Solidarität groß geschrieben wurden.

 

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Alle Spiele im Überblick

TABELLE

1. Mannheim 29    25  65
2. Elversberg 29    28  59
3. Steinbach 28    21  54
4. Saarbrücken 28    11  51
5. Hoffenheim II 29    26  46
6. Ulm 28    42
7. Koblenz 28    42
8. Kassel 27    41
9. Worms 28    38
10. Walldorf 28    -11  36
11. Stuttgart II 28    -6  35
12. Homburg 28    -10  34
13. Pirmasens 29    -17  33
14. Offenbach 28    30
15. Stuttgarter Kickers 29    -7  29
16. Watzenborn-Steinberg 28    -18  29
17. Kaiserslautern II 28    -7  28
18. Trier 29    -8  26
19. Nöttingen 29    -41  19

Hinweise

* Aufgrund des Insolvenzantrages ist der OFC zur Saison 2016/17 mit einem Abzug von neun Punkten bestraft worden (in der Tabelle bereits eingerechnet).

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