GRÜNDERJAHRE DES HOMBURGER FUSSBALLS

Vor über 100 Jahren erblickte unser FCH das Licht der Welt, als am 1. August 1908 im Gasthaus „Hohenburg“ (Zweibrücker Straße, Parkplatz neben Sonnen-Apotheke) der Fußball-Club Homburg 1908 gegründet wurde. Die Wurzeln unseres Vereins reichen aber weiter zurück. In den vorliegenden Chroniken ist fast nichts über die Anfänge des Vereins zu finden, bis auf einen Hinweis auf das Jahr 1903. Dank des Homburger Stadtarchivs und seiner Zeitungsbestände konnte etwas Licht ins Dunkel gebracht werden.

Als um die Jahrhundertwende der Fußball seine Anfänge in den größeren Städten Deutschlands nahm, ahnte noch niemand etwas von der späteren Zugkraft auf die breiten Massen. Auf Grund der Widerstände der nationalistischen Turnvereine gestaltete sich die Durchsetzung des Fußballs in Deutschland zunächst schwierig. Der Fußballsport galt als undeutsches Spiel und wurde als roh und unkultiviert verschrien („Fußlümmelei“ und „Englische Krankheit“). Auf der anderen Seite hatten die Jugendlichen kein Interesse mehr am kaiserlichen Drillturnen.

Überwiegend Schüler der Mittelschulen verhalfen dem Fußballsport gegen den Widerstand der Eltern und Lehrer zu seinem Siegeszug. In den höheren Schulen war das Fußballspielen streng verboten. Am 11. Januar 1912 verbot der bayerische Kultusminister das Fußballspiel auch an den Mittelschulen (Verbot bis 1927). Dies hinderte die Fußballbegeisterten jedoch nicht am „fullen“, was viele Strafen und sogar Anträge auf Schulausschluss einbrachte. Auch in Homburg vollzog sich die Entwicklung nicht anders.

Mit etwas Verzögerung fand der englische Sport auch in der bayrischen Pfalz seine Jünger. Bereits um die Jahrhundertwende soll der Überlieferung nach im beschaulichen Homburg, dessen industrieller Aufschwung noch bevor stand, erstmals gegen den Ball getreten worden sein. Im Oval der Rennbahn, zwischen dem Ende der Kirrberger Straße und des Pfarrzentrums Fronleichnam entlang der heutigen Ringstraße gelegen, wurde „wild“ gespielt.

Das Spielfeld und die Tore wurden durch Steine abgegrenzt. Es war zuerst ein geschnürter Lumpenball, dem sie nachliefen. Noch ziemlich durcheinander, ohne Trikots oder Fußballstiefel, von keiner Regelkenntnis aufgehalten.

Vor allem Söhne aus „besserem Hause“, von Beamten, Kaufleuten und vom Handwerk, die die Mittelschule besuchten, begeisterten sich für das neue Spiel. Von der Schülerverbindung „Altarcia“ ging dann 1903 auch die erste Fußballvereinsgründung aus. Im Gasthaus „Hohenburg“ versammelte sich am 22. Juli 1903 eine „größere Anzahl hiesiger junger Herren“ laut Homburger Zeitung, um die Gründung eines Fußballklubs zu besprechen. Unter ihnen auch Eugen Lohr und Anton Menges, das erste Ehrenmitglied unseres FCH.

Unter dem Namen „Fußballklub Altarcia Homburg“ wurde der Verein konstituiert. Die Farben des Vereins waren Blau-Weiß. Der provisorisch gewählte Ausschuss, dessen Mitglieder unerwähnt blieben, übernahm die vorläufige Führung. Nur Schüler der hiesigen oder sonstigen Mittelschulen waren aufnahmefähig. Die Übungszeit wurde auf Sonntagnachmittag zwischen 17 und 19 Uhr auf der früheren Radfahrer-Rennbahn (Einweihung Mai 1887) festgelegt. Die Erlaubnis dazu wurde vom Stadtrat am 27. Juli 1903 widerruflich genehmigt.

Am darauffolgenden Sonntag (2.8.1903) wurde erstmals ein Fußballspiel untereinander arrangiert, dem die Öffentlichkeit beiwohnen konnte. Das Spiel wurde von den „freilich nur wenigen Zuschauern“ eifrig verfolgt. Die Homburger Zeitung zeigte sich wohlwollend: „Bei fortgesetzter eifriger Betätigung im Spiel verspricht nach den gestrigen Darbietungen der Klub bald Besseres und Exakteres leisten zu können. Da diese Bewegungsspiele in neuerer Zeit sehr großen Anklang finden, dürfte der neue Klub bald eine große Anzahl Mitglieder zählen.“

Trotz der aufmunternden Worte hatte der Klub vermutlich keine lange Lebensdauer. Über zwei Jahre ist keine Silbe mehr über die „Fuller“ in der Homburger Zeitung zu finden. Am 21. Oktober 1905 ist folgender Satz zu entnehmen: „Das ist die Rennbahn, wo als der Fußballklub mit den Füßen Ballches gespielt hat.“ Neben der Begrenzung der Mitgliedschaft nur für Mittelschüler hat sehr wahrscheinlich der Zuschlag zum Bau der III. Pfälzischen Heil- und Pflegeanstalt im November 1904 seinen Teil dazu beigetragen. Betroffen davon war auch die Schützengesellschaft 1849 Homburg, die ihren Schießstand in der Nähe aufgeben musste.

Das Fußballspiel fand trotz des Aus für die „Altarcia“ eine immer größer werdende Anhängerschaft. Die Erlaubnis zur Nutzung der Rennbahn wurde zurückgezogen. Dies hinderte die Enthusiasten aber nicht daran, weiter ihrer Leidenschaft zu frönen. Aus der steinernen Abgrenzung der Tore wurden Stangen, die abends abgebaut wurden. Abwechselnd diente eine Scheune in der Unteren Allee und der Kirrberger Straße als Versteck. Oft musste die Sportkleidung versteckt werden, damit sie nicht von den Eltern verbrannt wurde.

Die Pfennige zum Anschaffen der einheitlichen Sportkleidung wurden vom Sonntagsgeld abgezweigt oder sie kamen zusammen aus dem Gegenwert von Lehrbüchern und Heften, die nie gekauft wurden.

Mit der Zeit keimte in den Sportlern der Gedanke sich zu organisieren. Nach Aussage von Eugen Lohr wandten sich die Jugendlichen an den TV Homburg, dem sie als Abteilung beitreten wollten. Dieses Ansinnen wurde allerdings vom Turnverein wenig überraschend negativ beschieden. Der Bau der Heil- und Pflegeanstalt schritt voran. Wie sollte es mit den „Fullern“ weitergehen? 

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1. Mannheim 24    21  53
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3. Saarbrücken 24    11  45
4. Steinbach 23    18  44
5. Hoffenheim II 24    25  40
6. Ulm 23    36
7. Kassel 22    34
8. Worms 24    33
9. Koblenz 23    33
10. Homburg 23    -3  30
11. Walldorf 24    -8  30
12. Stuttgart II 24    -6  29
13. Offenbach 24    26
14. Stuttgarter Kickers 24    -3  25
15. Pirmasens 24    -19  25
16. Trier 24    -6  22
17. Kaiserslautern II 23    -8  21
18. Watzenborn-Steinberg 23    -20  19
19. Nöttingen 24    -42  14

Hinweise

* Aufgrund des Insolvenzantrages ist der OFC zur Saison 2016/17 mit einem Abzug von neun Punkten bestraft worden (in der Tabelle bereits eingerechnet).

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